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Eine Wanderung entlang des Kaitzbaches

Kaitzbach? Entspringt wohl irgendwo im Süden Dresdens. Im Mittelalter floss er mal über den Altmarkt. Viel wusste ich nicht über dieses Dresdner Gewässer, als mir bei einer meiner liebsten Beschäftigungen (dem Stöbern in Buchhandlungen) ein kleines Heftchen in die Hand sprang: "Der Kaitzbach in Dresden - Ein Weg mit dem Wasser." Und schon hatte ich mich festgelesen in dieser Beschreibung des Bachlaufes durch das Stadtgebiet. Naja, und da bekanntlich Bewegung nie schadet, war der nächste Ausflug geplant. An einem schönen sonnigen Februartag starteten wir dann. Letzte Stärkung war ein leckeres Stück Kuchen beim Bäcker Laube in Coschütz, bevor wir mit dem Bus 71 weiter bis nach Kleinnaundorf fuhren. Am Messweg führt ein kleiner Weg durch eine Gartenanlage zur Quelle (1). Unweit davon steht ein Musenstein (2), der noch aus der Wasser-Kunst- Aktion "Mnemosyne" der Dresdner Künstlerinnengruppe Dresdner Sezession 89 stammt. Hier kann der Kaitzbach noch munter dahin plätschern. Zunächst in das ehemalige Kleinnaundorfer Freibad, jetzt (aus Kostengründen) zu einem naturnahen Fischteich umgestaltet (3). Dann geht's weiter von Weiden gesäumt in den Schießgrund. Ein kleiner Teich ist noch übrig von der einstigen Talschenke (4).  Dass diese einmal ein sehr beliebtes Lokal für Dresdner Sonntagsausflügler war, ist kaum noch zu erahnen. Hier im Wald finden wir auch die nächste Kunstinstallation, das Objekt "Lichtung" von Thea Richter (5). Reflektierende Säulen, die nicht nur Wald und Wasser spiegeln... Noch ein paar Hundert Meter, und eine Himmel hohe Halde versperrt den Weg  (6). Die Wismut hat hier beginnend in den 50er Jahren ihren Abraum abgelagert. Den Kaitzbach deckte man lediglich mit ein paar Betonplatten ab.

Nach wenigen Jahren musste man aber einen bergmännischen Stollen für den Bach voran treiben, denn die Betonplatten hielten nicht dicht. Der Wanderer muss also nach Cunnersdorf hinauf steigen, hat allerdings von dort oben einen herrlichen Blick über die ganze Stadt und sieht so die gewaltige Ost-West-Ausdehnung im Elbtal (7-8). Unten im Tal kommt der Bach wieder ans Tageslicht (9), aber schon bald wird das muntere Plätschern durch die Baustelle der BAB17 gestört (10). Unmittelbar aus dem Coschützer Tunnel kommend, überquert das Betonband auf zwei Brücken den Kaitzbach. Für uns war es ganz schön schwierig, hier einen Weg zu finden. Hoffentlich erbarmt man sich des müden Wanderers und legt den alten Wanderweg im Tal wieder an. Wir über- und unterqueren also Autobahn und B170 und finden uns auf staubiger Dorfstraße in Altkaitz wieder. Unterhalb des Dorfes kann der Bach wieder seinem natürlichen Lauf folgen (11), nur ich muss immer mal wieder in meinem Wanderführer blättern. In Altkaitz gibt es  einen liebevoll rekonstruierten Dorfkern zu sehen. Dann grüßt uns bald schon der nächste Musenstein, es ist ein Salamander (13). Am Zaun zum Freibad Mockritz fürht der Weg über die Jagdbrücke und hinter dem Zaun steht der sogenannte Jagdstein (14). Er begrenzte ganz früher einmal das Jagdrevier vom alten Brühl. Im Mockritzer Bad wird kräftig gearbeitet, denn zum Saisonbeginn soll alles wieder empfangsbereit sein. Hier begrüßen uns auch in einem Garten fleißig blühende Winterlinge als erste Frühlingsboten (15). Wir kommen in bewohntere und vor allem städtische Gefilde. Der Kaitzbach muss sich hier zwischen dichter werdender Wohnbebauung seinen Weg suchen. Am Hugo-Bürkner-Platz wurde ihm wieder ans Licht der Sonne verholfen und auch durch Strehlen kann er mehr oder weniger sichtbar fließen. Kurz vor dem Adolfplatz verschwindet er dann allerdings wieder in einem unterirdischen Rohr (16). Dann hat er aber seinen sicher schönsten und effektvollsten Auftritt. Hier an der Löwenbrücke (17) wird der Zulauf zum Teichsystem des Großen Gartens geregelt. Der Kaitzbach speist nicht nur den Carolasee (18), sondern auch den Palaisteich und den Neuen Teich. Als schmaler Kunstbach fließt er dann hinter dem Zoo der Lennéstraße zu. Auch die Teiche der Bürgerwiese speist lediglich dieser künstlich angelegte Bach, seit man beim Gestalten dieser Anlage den Boden um mehrere Meter erhöhte. Der Kaitzbach fließt hier verrohrt unter der ehemaligen Alten Dohnaischen Straße, das ist der breite Weg durch die Bürgerwiese. Kurz vor der Zinzendorfstraße wurde auf ca. 120 Metern ein naturnaher Bachverlauf angelegt, so dass man sich ungefähr vorstellen kann, wie der Kaitzbach hier Jahrhunderte lang der mittelalterlichen Stadt zufloss (20). Hier fließt das Bachwasser dann in einen Regenwassersammler und dann, nach vielen Jahren jetzt wieder getrennt vom städtischen Abwasser an der Carolabrücke in die Elbe. Hier im ehemaligen Gondelhafen erinnert auf vor allem bei Dunkelheit sehr anrührende Weise die Installation "Aqualux" (21) an den einst bedeutendsten und heute leider und zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Dresdner Bach.

Zum Weiterlesen sei obiges Buch empfohlen: Der Kaitzbach in Dresden - Ein Weg mit dem Wasser

Auch in "Dresdner Hefte" Nr. 67 findet sich ein interessanter Artikel zum Kaitzbach.

Und in Beiden hab ich natürlich etwas abgeschrieben. Vielen Dank den Autoren!

 

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